stille Hilferufe

Essstörungen - Die Stimmen in Deinem Kopf
 
 

Klinik?

Therapie

Hatte heute Therapie und sie meinte, dass sie sich schon mal überlegt hatte,

ob es für mich entweder besser wäre 1-2xwöchentliche Therapie mit wiegen etc zu machen oder ob ich nich sogar zumind während den Sommerferien in eine Klinik gehe, dass ich vllt einbisschen Abstand bekomme und die mich dann wieder langsam ans  essen gewöhnen.

Eigentlich ist es ja kein schlechter Vorschlag, aber in dem Moment wurde mir so richtig bewusst, für wie krank mich alle halten, wie krank ich eigentlich bin. Vorallem weil sie meinte, ich würde mich immer mehr in etwas verrennen, würde mich immer mehr daran klammern. Außerdem müsste ich bei Variante 1, (zwei Therapiesitzungen pro Woche) zu einer neuen Therapeutin, dann würde ja alles wieder von vorne losgehen.

Außerdem hab ich meine Ängste geäußert, daraufhin meinte sie nur, ich müsse aber irgendwann eben entscheiden ob ich ins kalte Wasser springe oder, ob ich so weitermache und dann wollte sie wissen, was ich glaube, was langfristig gesehen besser ist. Das ist eine blöde Frage!

Natürlich weiß ich, dass es allein schon aus gesundheitlicher Sicht besser ist, in eine Klinik zu gehen und mich behandeln zu lassen. Aber verdammt noch mal, ich weiß nicht, wie ich mich von dem ganzen scheiß der mich jetzt schon über ein Jahr lang begleitet, der meinen Alltag bestimmt, der ein Teil von mir geworden ist, wie ich den einfach so abschalten kann.

Ich kämpfe jeden Tag innerlich mit mir, ein halber Apfel zum Frühstück ist für mich, für den Teil, der gesund werde will, ein großer Erfolg. Für den Rest in mir, für die ES in mir ist es eine Niederlage, ich fühl mich erbärmlich, wenn dann auch noch Außenstehende Personen sagen, ich solle doch was "gescheites" Frühstücken könnte ich die alle gleichmal an die Wand klatschen. KEINER versteht auch nur ansatzweise wie es mir geht!

Und dann muss ich mir von meiner Therapeutin auch noch anhören, dass sie glaubt ich wäre noch nicht 100%ig bereit mich zu bessern??! 

8.1.11 00:00

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(25.1.11 12:55)
Leider ist es so, dass nur sehr wenige Menschen wirklich verstehen können, was hinter einer Essstörung bzw. in deinem Fall einer Magersucht steckt.

Mir geht es ähnlich. Diese widerlichen Kommentare `Du musst schon was essen und selbst was dafür tun, wenn du wieder gesund werden willst. Einfach was essen, das ist ja wohl nicht so schwer.`

Und auch, wenn es manche Menschen besser nachvollziehen können. Es verlangt immer noch unendlich viel von einem Selbst, sich vollends auf eine Therapie oder eine Klinik einzulassen. Und das sehen leider noch weniger.

Alles Gute und viel Kraft wünsche ich dir.


dominique.caroline / Website (16.2.11 23:11)
Hey,

ich denke es wäre sinnvoll in eine Klink zu gehen und das weißt du auch. Doch ich denke es ist schwierig sich von komplett allem abzulösen. Außerdem ist die Unterstützung der Familie auch sehr wichtig! Ich finde der halbe Apfel zum Frühstück ist doch schonmal ein Anfang und ich finde du solltest stolz darauf sein.

Ich kann dich verstehen. Deine ES ist ja auch eine Sucht und da sag mal zu einem Raucher, er soll sofort mit dem Rauchen aufhören oder der Raucher muss sich stänig anhören, dass es schädlich ist oder ähnliches. Das kann einen ja nur auf die Palme bringen.
Du weißt ja selber, dass du etwas "gescheites" Essen solltest, aber die Umsetzung ist im moment eben noch nicht ganz so leicht.

Ich wünsch dir viel Kraft, die du brauchen wirst, wenn du dich dazu entscheidest in eine Klinik zu gehen.

Lg, D.C

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